Lagoils Dungeon

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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von Sidorion » 09.05.2012 07:46

Ach so, noch ein Tipp:
Neodynmagnete werden auf Dauer zu teuer. Es gibt aber magnetische Folie zum unter Bases kleben. Die hält auch gut genug und ist günstiger. Außerdem sparst Du Dir damit die Arbeit, die Magnete in die Platten zu versenken. Diese Folien gibts auch schon zugeschnitten auf 3cmx3cm. Die kannst Du dann einfach unter Deine Fliesen kleben.
Außerdem sehe ich die Gefahr, dass Du Dir einen Gutteil Deiner Güsse versaust, weil der Eisendraht zu tief versinkt (beim Gießen liegt die Fliese ja auf dem Kopf). Daher empfehle ich Dir, die passende Ferrofolie dazu zu kaufen. Die klebst Du dann auf Deine Platten und fertig (gibts aber auch von der Rolle im Baumarkt).
Dadurch hast Du einen stark reduzierten Arbeitsaufwand und günstiger ist es auch.
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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von SirDenderan » 09.05.2012 16:49

Lagoil hat geschrieben: ...cut...


Ich will meine Kacheln nicht mehr auf ein Brett kleben. Stattdessen will ich in jeder Kachel Eisendraht mit eingießen. Danach erstelle ich mir Styrodorplatten mit den üblichen Raummaßen. In die Platte versenke ich kleine NeodynMagnete, die die Kacheln halten sollen können.

Jetzt kann ich die einzelnen Blöcke immer wieder auseinander nehmen und neu zusammensetzen. Insbesondere kann ich an jede Stelle eine Fallgrube bauen. Man kann das System auch auf Wände, Treppen und Brücken erweitern.

Das wäre das große Ziel: ein echter 3D-Dungeon.

Mal sehen, wie weit ich komme.

Gruss Lagoil

Das wir nicht einfach....

wie sidorion schon sagte halte ich auch die variante mit magnetfolie und ferrofolie für praktikabler...

wenn du beziehungen zu einem blechverarbeiteten betrieb hast könntes du natürlich auch 0,3 mm blech in 3x3 cm schneiden (lassen) und die magnetfolie (schau mal bei I-bäh - da gibt es so etwas in meterware für kfz-werbung) als tisch unterlage nutzen...
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Woher soll ich wissen was ich denke, bevor ich höre was ich sage ?
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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von Lagoil » 09.05.2012 22:31

Hallo,

endlich habe ich ein Verfahren gefunden, mit dem ich für mich ausreichend gute Kacheln herstellen kann.

Zunächst modelliere ich die Kachel in der Negativform und backe sie.

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Die Bretter, die die Form umrahmen, kann ich entfernen, so dass ich die fertig gebackene Kachel ohne Schaden aus der Form bekommen. Die Grundmaße stimmen schon.

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Danach kann ich durch Schmirgelpapier die gewünschten Maße entgültig erhalten.

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Um letzte Kanten zu entfernen, probierte ich den Schleifstein, meines kleinen Bohrers.

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Lege ich die vier Kacheln nebeneinander, messe ich eine Länge von 11,985 [cm]. Diese Maße übertragen sich hoffentlich auf meine Gussform und die gegossenen Kacheln. Ich bin sehr auf das Ergebnis gespannt. :)

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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von Lagoil » 13.06.2012 18:12

Hallo,

ich habe inzwischen die Gussform erstellt. Vielen Dank für den Tipp mit dem Doppelseitigen Klebeband. Dass klappt sehr gut. Meine ersten Abgüssen sind auch ganz passabel. Ich habe statt Draht eine kleine Scheibe Dosenblech mit hineingelegt. Damit sind die Kacheln durch Magnete fixierbar.
Ich möchte lieber keine Magnetklebestreifen benutzen, weil auf ihnen der Nord und Südpol nicht eindeutig ist. In meinem Konzept möchte später den Unterbau aufeinander stpeln können, und wenn dann die Polung der Magnete zusammenpasst, wird es nicht halten. Der Kostenfaktor bei Neodynmagnete ist aber auch sehr beachtlich. Ich habe da noch kein abgeschlossenes Konzept.
Die angesprochene Ferrofolie kenne ich noch nicht, und werde sie beim nächsten Baumarktbesuch in augenschein nehmen.
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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von Sidorion » 14.06.2012 15:56

Lagoil hat geschrieben:Ich möchte lieber keine Magnetklebestreifen benutzen, weil auf ihnen der Nord und Südpol nicht eindeutig ist.
Das wird höchstens dann ein Problem, wenn Du zwei solche Kleber aneinanderbringen willst. Wenn immer eine Seite Blech ist, gibts überhaupt keine Probleme. Du musst einfach auf Deine Unterbauten oben Magnetfolie und unten Blechfolie aufkleben.
Ich denke aber, dass das nicht nötig sein wird. Meine Unterbauten sind auch nicht magnetisiert und ich habe (bisher) keine Probleme damit. Die Quader sind entweder 2x6x6cm oder 4x6xYcm, wobei Y 8, 10 oder 12 ist. Die Flachen verwende ich entweder liegend für die erste Ebene oder hochkant neben Kacheln, wenn kein Platz ist. Die anderen werden entweder liegend benutzt, dann haben sie eine große Auflagefläche und sind je nach Drehung vier oder sechs Zentimeter hoch, oder ich stelle sie aufrecht, dann kann ich bis zu sechs Ebenen in die Höhe, ohne stapeln zu müssen. Wenn man die Quader genau genug schneidet (Thermoschneider) gibts da keinerlei Probleme.
Obs die Ferrofolie im Baumarkt gibt, kann ich Dir nicht sagen, aber garantiert gibts sie in Onlineshops, wo Du auch die Magnete findest. Grundsätzlich geht aber jedes Blech mit Eisenanteil (hast Du ja an Deinen Dosen gesehen). Ich benutze für meine Kacheln Beilagscheiben als Gegenstücke zur Folie. Ist dann halt nicht selbstklebend.
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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von Lagoil » 06.08.2012 22:36

Liebe Mitforisten,

inzwischen produzierte ich einige Prototypen für meine Kacheln. Für 14 Kacheln davon fertigte ich Gussformen an. Mein Sikonkautschuck hat sehr wenige Blasen, aber es sind immer noch welche vorhanden. Grr. Ich probierte bisher die Marken HobbyTime und Artidee.
Bei beiden muss ich tropfenweise einen Vernetzer hinzugeben. Dadurch wird das Mischungsverhältnis ungenau. Eine Digitalwaage wäre sicher auch hilfreich. Besonders ärgerlich empfinde ich das schnelle gerinnen. Insbesondere wenn man die Tropfen in einem Rutsch hinzugibt entsteht ein fester Klumpen. Es ist also ratsam mit zwei Personen zu arbeiten, wobei eine ständig rührt und die andere Person den Vernetzer gleichmäßig hinzugießt.
Inzwischen klappt es ganz gut mit der Masse von Artidee, aber so richtig glücklich bin ich nicht. Ideen rund um das Erstellen von Gussformen sind mir immer sehr willkommen.

Nun seht ihr die Bilder meiner Probegüsse. :barbar:

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Man kan unschwer erkennen, dass im Gips noch einige Luftblasen sind. Das kann man durch Übung bestimmt beheben. Weiterhin kaufte ich mir auf mehrfache Empfehlung die Keramikgussmasse KeraQuick, doch bevor ich damit Erfahrung sammel, will ich zunächt meinen jetzigen Gipsbeutel leeren.
Auf einer Eisenmodellbahnseite sah ich den Hinweis, dass man Gips einfärben könnte. Zunächst erschien mir das nichts zu bringen, da die Kacheln ja ohnehin bemalt werden. Aber inzwischen finde ich die Idee sehr reizvoll, weil bei jeder Kachel mal eine Ecke abspringt. Wenn die Masse dann weiß ist, sieht man die Stelle sofort. Wäre der Gips schwarz, würde die Schadstelle nicht sofort ins Auge springen. Hat jemand von euch schon mal seinen Gips gefärbt?

Viele Grüße
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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von Sidorion » 07.08.2012 07:56

Deine Kacheln gefallen mir sehr, vor allem das grobe Pflaster am Schluss.
Beim Silikon kann ich Dir nur zu der 1:1-Variante raten. Diese Tröpfchenzumischerei ist viel zu fummelig, zumal bei den bei uns üblichen Gesamtmengen das Mischungsverhältnis nie stimmt. Man müsste dann schon halbe Tropfen zufügen :mrgreen:

Ich habe zwar selber nie die Gussmasse eingefärbt, hatte aber gefärbte Masse gekauft. Einen Beutel Terrakotta und einen 'schwarz'. Das Terrakotta ging einigermaßen, aber die schwarzen Steine lösten sich teilweise auf. Ich vermute, dass beim Abhärten die Pigmente nach oben schwammen und sich dadurch ein blödes Mischungsverhältnis bildete. Es kommt wohl auf das eigemengte Pigmentpulver an. Allerdings waren beide Varianten insgesamt nicht so stabil, wie die weiße Masse vom gleichen Hersteller.
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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von Zombie » 13.08.2012 18:11

Hallo Lagoil,

wow, das sieht nach sehr viel Liebe zum Detail aus!

(Schmatz, das 3. Bild erzeugt bei mir irgendwie Hunger auf Schokolade)

Nein, im Ernst, sehr schön :D

Gruß
Zombie

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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von merlina » 13.08.2012 22:54

Hallo Lagoil,

ich habe gerade deine Gipsrohlinge gesehen und deinen Wunsch nach Tipps :wink: . Dazu kann ich dir Folgendes sagen: Ich kann Sidorion nur Recht geben, das mit der Tröpfelei ist seeehr unangenehm, auch mit einer Digital-Goldwaage wird es nicht wesentlich angenehmer. Wir benutzen dieses hier von Troll Factory: S-MINT Dubliersilikon Shore A 18-20 1:1, 2x1000g
Artikelnummer TFR1003. Wenn wir schwierigere Formen abformen wollen, rühren wir zunächst eine kleine Menge an, etwa 2 x 20 g. Auf eine glatte Unterlage haben wir den Prototyp vorsichtig aufgeklebt, so dass wir ihn jetzt mit einem Pinsel gründlich mit der angerührten Silicon-Masse einpinseln können, so werden anhaftende Luftblasen vermieden. Dann rühren wir in einem frischen Becher die endgültige Menge Silicon an und schütten sie in die Form mit dem bereits mit Silicon überzogenen Rohling (wir haben diesen Trick von Troll Factory selbst bekommen). Das Ergebnis ist eine saubere, blasenfreie Form.

Nun zu den Luftblasen im Gipsrohling selbst: Die Siliconform vor dem Gießen in warmem Spülwasser tauchen, auf einem Tuch etwas ausklopfen. Gips anrühren und die Form mit einem Pinsel und etwas Gips einpinseln. So kommt man in alle Ecken und entfernt dort befindliche Luftblasen. Dann das restliche Gips einfüllen mit einem kleinen "Berg" auf der Form. Wenn man nun eine kleine Glasscheibe (z.B. aus einem Bilderrahmen) auf die Form drückt (der "Berg" ermöglicht, dies blasenfrei durchzuführen) und wartet, bis das Gips durchgehärtet ist, erhält man einen seeehr dünnen Grat und einen ultra glatten Boden des neuen Rohlings. Bitte die Scheibe erst NACH dem Aushärten entfernen :lol: Diese Tipps sind übrigens von Bruce Hirst :wink: .

Ich würde mich über eine kurze Nachricht freuen, ob ich dir weiter helfen konnte :D

Also dann, gutes Gelingen :ok:

merlina :zauberer:
Wenn einer, der mit Mühe kaum,
gekrochen ist auf einen Baum,
schon meint, daß er ein Vogel wär ...
so irrt sich der!
(Eugen Roth)

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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von Lagoil » 13.08.2012 23:30

Vielen Dank für das Lob.

Manche erkennen Schokolade, andere haben sogar Puffreis gesehen. So richtig furchteinflößend war es aber für niemanden. Nun wird erst einmal gegossen. Danach werde ich das System vorstellen, wie ich mit den Kacheln einen Dungeon bauen will. Dazu habe ich noch einmal eine Frage:

Ich kaufte mir eine 3[cm] dicke Styrodurplatte. Daraus wollte ich 6[cm] x 6[cm] Stücke herausschneiden. Ich nahm dafür den Heißdrahtschneider von Proxxon. Da aber der Draht und der Halterbügel flexibel sind, ist der Draht beweglich. Hinzukommt, dass die Führungsschiene nicht ganz festzuschrauben ist. Dann stellte ich fest, dass die Schnitte sich je nach Schiebegeschwindigekeit unterscheiden. Insgesamt ist die Genauigkeit sehr unzureichend. Wie kann man besser schneiden?
Ich wollte als nächtes ein normales Messer probieren. Dann gibt es noch Sägen und sogar Sägen mit beheißten Sägeblättern. Hier schreiben ja viele Ritzer, wie schneidet ihr exakt Styrodur?

Viele Grüße
Lagoil :zwerg:

@Merlina:
Eben sehe ich deinen Beitrag. Die vorgeschlagene Abformmasse werde ich auf jeden Fall probieren. Ich war sonst gerade auf der Seite http://www.modulor.de, die anscheinend einiges im Bastelbereich anbieten. Auf das Seifenwasserwar ich auch schon inzwischen gekommen, aber nicht, dass es lauwarm sein soll. Auch das stückweise auftragen ist schlau, insbesondere, dass ihr die Silikonmasse zweimal anrührt.
Und auf die Idee, die Hirtsartsseite genauer zu studieren hätte ich selber kommen können. Mir bleibt häufig das Offensichtliche verborgen.
Vielen Dank für deine Ideen. Ich werde beim Probieren ein deutliches Stück weiter kommen.
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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von Sidorion » 14.08.2012 08:16

Öhmm. Hast Du ne andere Proxxon als ich?
Der Draht lässt sich bei meiner prima fixieren. Vielleicht ist Deiner zu locker eingestellt. Beim Festschrauben der Drahtspule musst Du den Bügel leicht herungterdrücken, dann erhältst Du eine Vorspannung (Wenn man den Draht anzupft gibts ein helles *pinnnnnnng*).
Führungsschiene: In der Regel stellt man die Führung so ein, dass das Schneidgut daran entlanggleitet (also parallel zum Schnitt). Dann ist das auch egal, dass die verschiebbar ist. Mitführen musst Du die Schiene nur bei Gehrungen, aber da gibts auch andere Tricks. Ich habe meine Schiene fast immer links und schiebe die Platten mit der Linken von mir weg Richtung Draht.
Kleiner Tipp: Mit dem kleinen Finger links der Schiene dafür sorgen, dass der Klotz sich nicht von der Schiene trennt. Achte auch darauf, dass Du keinen (oder nur wenig) Druck auf die Schiene ausübst, die gibt etwas nach. Es ist lediglich eine Führung, keine Schablone :mrgreen:
Schnitt: Den Draht selber solltest Du so kühl wie möglich einstellen und langsam schneiden, das wird präziser. Ich gehe seltenst über die drei.
Schneide stets so, dass das Stück, das Du haben willst, geführt ist und führe immer die Seite an der Schiene (die andere darfst Du natürlich zusätzlich schieben :) )
Lange Schnitte schneide ich mit etwas Zugabe zunächst mit dem Messer vor, damit ich nicht die ganze Platte durch der Gerät jagen muss. Dann würde ich (für Deine 6x6-Kacheln) zunächst den langen Streifen in 6er Blöcke schneiden. Erst zum Schluss wird die Zugabe vom Messerschnitt weggenommen. Zuerst auf der einen Seite den Schnitt begradigen und dann gegenüber richtig ablängen.
Ehrlich, ich kenne keine präzisere Art Styrodur zu schneiden.

Zur Formmasse ist mir nochwas eingefallen: Forme nichts poröses ab. Das Silikon wird in die Kapillaren gesogen und dann bildet sich irgendwo duch den Überdruck eine Blase. Das passiert auch noch während des Aushärtens, nachdem man schon (vermeintlich) alle Blasen rausgeklopft hat. Rohlinge wie Gips oder Keramik sollten also vorher versiegelt werden (z.B. Silikontrennmittel oder lackieren). Der Rohling lässt sich dann auch besser von der Form trennen.
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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von Eredrian » 14.08.2012 10:00

Hallo Lagoil,

Sidorion hat schon die wesentlichen Aspekte aufgeführt. Als Ergänzung würde mir noch einfallen, dass es auf der Proxxonhomepage noch ein Lehrvideo gibt, da kann zumindest mal grob gucken, wie man schneiden soll. Natürlich musste das dann noch ein paar mal ausprobieren bis es auch so klappt.
Schneid dir mit ner Säge oder sonstwas vorher ein entbehrliches Stück aus dem Block heraus und übe den Schnitt. Wie bei Sidorion auch, wackelt die Führungsschiene bzw bei mir biegt sich das lose Ende leicht hoch, daher rate ich dir, diese beim Schneiden festzuhalten.

Variablen sind:
Drahteinspannung, erhitzt du den Draht, dehnt er sich, also musst du gucken, ob du evtl nachspannen musst.
Dein Block ist 3 cm hoch, also musst du den Draht mehr erhitzen also bei 5 mm Selitron oder Ähnlichem, spiel da ein bißchen rum.
Übe das Schieben. Jeden Ruckler siehst du im abgeschnittenen Block wie auch auf dem restlichen Rohstück.
Bei meiner Proxxon-Unterlage sind die Striche nicht exakt, also 6,0 cm wären bei mir 6,1/6,2, daher müsstest du dies vorher bei dir auch erst nach einem Probeanschnitt mit Lineal nachmessen. Die korrigierten Maße kannst du dann mit fettlöslichem Stich oder durch Einkerben nachtragen.
Und gaanz gaanz wichtig:
Justiere den Draht. Ich hab das mit nem Geodreieck gemacht, irgendwie musst du ja sicherstellen, dass du 90°-Schnitte machst. Also 3eck anlegen und den Draht bis dahin schieben udn festschrauben, die Stelle dann markieren.


Zu den Gussformen:
Die sehen gut aus, bin schon auf die fertigen räume gespannt. Einziges manko sind ja die Luftblasen bei dir, da die so glatt sind. Bohr die Löcher doch einfach kurz mit nem groben Bohrer nach, so dass die glatte Struktur zerstört ist, dann fällt das gerade bei den Steinblöcken überhaupt nicht mehr auf, ich würd sogar behaupten, dass du die Stücke damit nochn Ticken mehr aufwertest.

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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von Sidorion » 14.08.2012 10:23

Mir ist nochwas eingefallen: Die Schnittbreite ist von der Hitze des Drahtes und der Schneidgeschwindigkeit abhängig.
Man kann also auch mit einem heißen Draht dünne Schnitte machen, wenn man das Styrodur stark gegen den Draht drückt. Dann bekommt man aber unschöne Wellenlinien im Schnitt, weil durch den Druck der Draht seitlich abzuwandern versucht. Auch hat man beim schnellen Schnitt sofort größere Scharten wenn man mal abrutscht oder verzieht. Auch Anhalten führt zum Abschmelzen nach links und rechts.
Besser ist also, den Draht so einzustellen, dass er gerade so die Dicke des Styrodurs schafft und mit wenig Druck langsam und gleichmäßig schneidet. Mit dem mitgelieferten Draht bekommst Du eine Schnittbreite von ca. 0,3mm bis 0,4mm hin.

Noch ein Trick: Puste den Draht kurz bevor er das Material berührt leicht an. Da er sich in der Luft stärker erhitzt, als wenn Styrodur drumrum ist, hast Du direkt beim Eintritt ins Material einen breiteren Schnitt und die Schnittfläche ist nicht mehr eben. Dies kann man durch das Pusten verhindern.
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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von Lagoil » 16.08.2012 22:55

Danke für eure Tipps. Meine ersten Versuche heute abend waren wesentlich befriedigender als bisher. Ich machte verschiedene Fehler. Zunächst arbeitete ich mit viel zu großen Stücken. Jetzt schnitt ich mit einem Messer vor und machte die Feinarbeit mit dem Heißdraht. Dadurch habe ich aber mehr Verschnitt, was bei der riesigen Styrodurplatte aber verschmerzbar ist. Dann hatte ich den Draht noch sehr heiß eingestellt, um möglichst schnell zu schneiden. Langsam und kühl liefert bessere Ergebnisse.
Eure Tipps waren sehr viel wert. :gargoyle:

Jetzt ist mir aufgefallen, dass ich die rechten Winkel nur nach Gefühl schneide. Parallele Schnitt gehen gut, aber wie mache ich exakte rechte Winkel?

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Re: Lagoils Dungeon

Beitrag von Sidorion » 17.08.2012 08:44

Da gibts mehrere Varianten.
1. Du legst das Werkstück an die Führung und bewegst dann die Führung Richtung Draht. Dazu musst Du die aber losschrauben. Das ist auch eine Variante, Gehrungen zu schneiden, wenn Du den Winkel der Führung veränderst.
Vorteil: kein Verschnitt, relativ einfach zu handhaben
Der Nachteil hier ist, dass man durch die nicht fest an der Halterung sitzende Schiene leicht seitlich verzieht.

2. Du legst ein garantiert rechtwinkliches Teil an die Führungsschiene und presst Dein Werkstück an diese Hilfsführung und führst beides gemeinsam Richtung Draht.
Vorteil: kein Verschnitt, man kann präziser arbeiten
Der Nachteil hier ist, dass Du auf zwei Führungen achten musst. Dadurch isses sehr Fummelig.

3. Du nimmst Dir einen Anschlagwinkel und schneidest erstmal mit dem Messer vor. Da in nahezu allen Fällen die gegenüberliegende Seite parallel du dieser werden soll, kannst Du das behandeln, wie Parallelschnitte. Allerdings musst Du auch hier etwas Verschnitt zugeben, da Du mit dem Messer zwangsläufig schief schneiden wirst.
Vorteil: Exakter rechter Winkel, schöne Schnittkanten (da Werkstück wie normal an der Schiene geführt wird)
Nachteil: Wieder etwas Verschnitt durch die Zugabe fürs Messerschneiden

Ich habe mit allen drei Varianten experimentiert und bin bei der dritten geblieben. Das bissi Verschnitt kann ich verkraften, da man ja ohnehin nicht immer die ganze Breite der Platte ausnutzen kann. Wieviel gibst Du denn zu beim Messerschnitt? Ein Zentimeter sollte da schon ausreichend sein.
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